Verbot von primären Mikroplastik

Es gibt keinen Ort auf der Welt, an dem nicht Spuren der Menschheit zu finden sind. Überall findet sich unser Müll, egal ob im Meer, in den Wüsten oder im Dschungel. Die Folgen sind größtenteils fatal und im besten Fall nicht absehbar.

Über diese Initiative wird gerade abgestimmt.

Initiator/innen
Johannes Bagdenand
Birgit Oßwald-Krüger
Thomas Fahrenhorst
Veröffentlicht am
12. Oktober 2017
Bereich
Nachhaltigkeit
Einordnung
Einzelinitiative
Ebene
Bund
Noch 4 Tage, 20 Stunden

Über diese Initiative wird gerade abgestimmt.

Jetzt abstimmen

Primäres Mirkoplastik wird industriell hergestellt und in verschiedensten Produkten verwendet. Aufgrund seiner Größe gelangt es ungehindert in den globalen Wasserkreislauf und kann dort von Tieren aufgenommen werden und sich anreichern. Es dient als Krankheitsüberträger und kann toxische Stoffe an sich binden. Gerade weil es mirkoskopisch klein ist, ist ein Nachweis und eine Folgeabschätzung mit enormen Aufwand und Unsicherheit verbunden. Daher sollte primäres Mikroplastik, dem Vorsorgeprinzip folgend, verboten werden, bevor eine weitere menschengemachte Katastrophe entsteht.

Problembeschreibung

Zunehmend findet sich sogenanntes primäres Mikroplastik (Plastikpellets unter 5 mm Größe) in unseren Produkten, wie etwa Kosmetik, Hygieneartikeln und Arzneimitteln. Das kann zu zahlreichen Problemen führen, wenn wir jetzt nichts unternehmen. Die Belastung vieler unterschiedlicher Meeresorganismen gilt als gesichert. Bei Gewebeanalysen wurden diverse synthetische Polymere in allen Tiergruppen gefunden. Verschiedene Feldstudien ergaben eine Belastung von 5 bis 35%, vereinzelt sogar mehr. Einige Studien ergaben keinen Nachweis, allerdings lässt sich aufgrund der geringen und sehr variablen Größe der Partikel schwer sagen, ob und wie viel Plastik tatsächlich in Mikroskopischer Form vorliegt und ob die gefundene Menge der tatsächlichen Menge entspricht. Mikroplastik wurde in allen Weltmeeren, sowie in Tiefsee-Sedimenten gefunden. Es ist zu befürchten, dass sich Mikroplastik in der Nahrungskette anreichert. Dabei gibt es zwei Hauptprobleme, einerseits die physische Anreicherung der Plastikpartikel in den Organismen, andererseits die Anreicherung von Schadstoffen (Chemikalien, die Plastik während des Herstellungsprozesses beigemischt werden), die aus den Mikropartikeln ausgewaschen werden. Zusätzlich neigen die freischwebenden Partikel dazu selbst weitere Schadstoffe an sich zu binden, z.B. toxische, synthetische Substanzen, die dann über die Nahrung aufgenommen werden. Des Weiteren hat Mikroplastik das Potenzial als Oberfläche für den Transport und die Verteilung von menschlichen Krankheitserregern zu fungieren. Auch wenn die Folgen der Aufnahme noch weiter untersucht werden, ist jetzt schon klar, dass durch eine Belastung der Meere in jedem Fall auch eine Gefahr für uns Menschen ausgeht, da wir ein Teil unserer Nahrung aus dem Meer beziehen, selbst wenn wir keinen Fisch essen, man denke hierbei an das Tierfutter “Fischmehl”. Außerdem kommt es zu einer Schädigung unserer Umwelt, dessen Ausmaß noch nicht abzusehen ist. Je mehr Mikroplastik ins Meer gelangt, desto größer werden die Gefahren. Gerade durch ihre geringe Größe ist es bisher nur unter enormen Aufwand, wenn überhaupt, möglich diese Stoffe aus unserem Abwasser zu filtern. Sind sie einmal in die Gewässer gelangt, ist es praktisch aussichtslos sie wiederzugewinnen.

Forderung

Das vollständige und sofortige Verbot von Mikroplastik. Das sind nach der Definition des Umweltbundesamtes Plastikstücke, die kleiner sind als 5 mm. Das Verbot bezieht sich hierbei auf primäres Mikroplastik, da sekundäres nur durch ein generelles Plastikverbot zu verhindern wäre. Ausnahmen werden nur genehmigt, wenn Mikroplastik im Produkt nachweislich einen nützlichen Effekt erzeugt, der nicht durch ökologische Ersatzstoffe, wie gemahlene Nussschalen oder Aprikosenkernen, erreichbar ist und das Mikroplastik nachweislich nicht in den Wasserkreislauf gerät.

Kosten

Da die Kosten vor allem der Industrie entstehen, die Ersatzstoffe finden und ihre Produktion umstellen muss, schlagen wir eine Übergangsphase von zwei Jahren vor. Außerdem können vereinzelt auch Fördermittel für die Forschung und Entwicklung genehmigt werden. Dabei muss darauf geachtet werden, dass bei der Entwicklung von Ersatzstoffe die Entsorgung mitgedacht wird.

Finanzierungsvorschlag

Die Fördermittel müssen im Etat für Umwelt und Naturschutz mit eingeplant.

Arbeitsweise

Quellen: - https://www.beehive.govt.nz/sites/all/files/1%20Managing%20microbeads%20in%20personal%20care%20products.pdf 11:21 - 17.07.2017 - https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/20160926greenpeacemikroplastikmeerereport.pdf 11:21 - 17.07.2017 - https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/meere/muellkippe-meer/muellkippemeer.html 11:21 - 17.07.2017

Argument der Initiator/innen

Gerade dadurch, dass die Folgen und genauen Mengen von Mikroplastik in unserer Umwelt so schwer einzuschätzen sind, ist von einem enormen Gefahrenpotenzial für uns und das globale Ökosystem auszugehen. Es ist besser jetzt schon Vorkehrungen zu treffen, bevor wird durch akute Folgen dazu gezwungen werden mit hohen Kosten das zu beheben, was wir vorher durch Unterlassung verursacht haben.

Noch 4 Tage, 20 Stunden in Abstimmung

Stimmst Du dieser Initiative zu?

thumb_up
PRO
Im Prinzip richtig, nur sollte die Forderung konkreter und differenzierter sein.
thumb_up
PRO
Hoffentlich nicht zu spät ...
thumb_up
PRO
Die Folgen sind nicht absehbar.
thumb_up
PRO
In anderen Ländern ebenfalls verboten.
thumb_up
PRO
Wäre ein guter Anfang.
thumb_up
PRO
Eine wichtige Forderung deren Umsetzung keinen weiteren Aufschub erlaubt.
thumb_up
PRO
Im Prinzip richtig, nur sollte die Forderung konkreter und differenzierter sein.
thumb_up
PRO
Wichtige Forderung, allerdings sind 2 Jahre zu kurz für die Umstellung.
thumb_up
PRO
Ein Weg in die Richtige Richtung. Alternativen sind vorhanden und finanzierbar!
thumb_up
PRO
Die Attraktivität des Einsatzes von Mikroplastik muss herabgesetzt werden
Titel "Verbot von primärem Mikroplastik"
Gefördert sollte Forschung vorrangig gegen sekundäres Mikroplastik, statt gegen primäres.