Das gute Leben.

DiB setzt sich für die Entwicklung eines neuen Wohlstands-Indikators ein, der das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als Messgröße für den Wohlstand unserer Gesellschaft ablöst.

Diese Initiative befindet sich in Diskussion.

Initiator/innen
Bente Faust
Dorothee_Vogt
Lu Yen Roloff
Veröffentlicht am
22. November 2017
Bereich
Nachhaltigkeit
Einordnung
Einzelinitiative
Ebene
Bund
Noch 2 Wochen

Diese Initiative befindet sich in Diskussion.

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Im 20. Jahrhundert wurde das BIP zur wichtigsten Messgröße, um den Erfolg eines Nationalstaats zu bewerten. Das BIP bewertet ausschließlich die wirtschaftliche Kraft eines Landes als absolute Größe und misst Wohlstand in Geld. Das BIP bewertet nicht das Wohlbefinden der Menschen. Das BIP zieht den Umweltschutz nicht in Betracht. Das BIP bewertet nicht die Teilhabemöglichkeiten am Wohlstand innerhalb einer Gesellschaft. Das BIP bewertet auch nicht, ob der wirtschaftliche Erfolg auf Kosten anderer Menschen oder Länder erreicht wird.

Problembeschreibung

Dass die Zufriedenheit einer Nation nicht mit einem steigenden BIP wächst, ist mittlerweile in zahlreichen Studien belegt. Die Bürger von Singapur gehören zum Beispiel global gesehen zu den produktivsten der Welt mit einem pro Kopf Einkommen von durchschnittlich 51.000 US $, wohingegen die Bürger Costa Ricas nur ein bescheidenes pro Kopf Einkommen von 12.000 US $ erwirtschaften. Trotzdem bekundeten die Bürger Costa Ricas in einer Studie des “Happy Planet Index” eine viel höhere Lebenszufriedenheit als die Bürger*innen Singapurs. Politische Vorstöße zu einer Überarbeitung des BIP gab es in Deutschland bereits. Der Bundestag hat 2010 eine Enquete-Kommission beauftragt das BIP zu überarbeiten. Die Ergebnisse wurden vielfach als unzulänglich bewertet und entwickelten keine gesellschaftliche Dynamik. Sie verschwanden mit Ende der Enquete Kommission 2013 ohne große Beachtung in den Akten und sind somit gescheitert.

Forderung

DIB soll die Anstrengung zur Findung eines neuen Wohlstands-Indikators wieder aufnehmen und ein politisches Programm mit konkreten Maßnahmen dazu entwickeln. Dabei soll sich DIB an bestehenden Lösungen orientieren, Expertinnen und Experten sowie die Menschen in Deutschland einbeziehen. Kurzfristige Ziele dieser Initiative sind: 1.Entwicklung eines neuen, ernstzunehmenden Indikators 2.Aufnahme des neuen Indikators in den politischen Forderungskatalog von DiB. Langfristige Ziele: 1. Paradigmenwechsel in der gesellschaftlichen und politischen Bewertung von Wohlstand einleiten 2.Einen nachhaltigen Wohlstandindikator aus der Nische in den gesellschaftlichen Mainstream überführen. 3.Verbindliches Umdenken in der Politik und Wirtschaft erwirken 4.Nicht Wachstum, sondern das gute Leben aller in der Gesellschaft ist die Bedingung politischen Erfolges

Kosten

Kurzfristig verursacht diese Initiative keine Kosten.

Finanzierungsvorschlag

Kurzfristig braucht diese Initiative keine Finanzierung.

Arbeitsweise

-Zusammenstellung einer DiB-Arbeitsgruppe -Zusammenstellung eines Kreises von Expertinnen und Experten zur Beratung der Arbeitsgruppe -Analyse der Gründe für das Scheitern der Enquete Kommission -Analyse der bestehenden Beispiele von alternativen Bemessungsgrundlagen (Better Life Index, Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität, W3 Indikatore”, Bruttonationalglück – Bhutan, Glücksatlas Deutschland 2011, Happy Planet Index) -Recherche bestehender Netzwerke zu dem Thema und Anschluss von DiB an die Debatte -Analyse der Folgen eines neuen Wohlstandsindikators: wie kann eine Wirtschaft ohne Wachstum bestehen? Analyse von bestehenden alternativen Wirtschaftskonzepten: Degrowth, Postwachstumsökonomie und Identifikation möglicher negativer Folgen, daraus -Ableitung von politischen Steuerungsansätzen -Definition eines neuen Wohlstands-Indikators -Entwicklung von konkreten Ansatzpunkten zur Einsetzung des neuen Indikators, damit dieser als Messgröße für politische Steuerungselemente verbindlich ist. Mögliche Faktoren für einen neuen Wohlstand-Indikator · Auflösung der Gleichung wirtschaftliches Wachstum = Wohlstand · Nachhaltigkeit: Der Indikator soll widerspiegeln, inwieweit eine Gesellschaft die Bedürfnisse der heutigen Generation zu befriedigen vermag, ohne die Lebensgrundlagen nachfolgender Generationen dadurch einzuschränken. · Sozial gerechte Gesellschaftsentwicklung · Wirtschaftsentwicklung und ihre soziale u. Umweltverträglichkeit · Bewahrung und Förderung kultureller Werte · Funktionierende, bürgernahe Regierungs- u. Verwaltungsstrukturen · Gerechte Einkommensverteilung . Chancengerechtigkeit · Gesundheit · Demokratische Mitbestimmung · Zugang zu guter Bildung · Die Verwendung von Zeit · Niedriger Ressourcenverbrauch, ökologischer Fußabdruck

Links: http://happyplanetindex.org/ https://de.wikipedia.org/wiki/Enquete-KommissionWachstum,Wohlstand,_Lebensqualit%C3%A4t https://www.welt.de/debatte/die-welt-in-worten/article13604103/Glueck-statt-Wachstum-als-Regierungsziel.html http://www.gluecksatlas.de/special.html

Argument der Initiator/innen

In einer Zeit, in der immer weniger Menschen am monetärer Wohlstand teilhaben und in der die Steigerung des wirtschaftlichen Wohlstands immer mehr auf Kosten der Umwelt oder anderer Länder erfolgt, halten wir das BIP als Indikator für Wohlstand für nicht mehr zeitgemäß. Solange das BIP die Messlatte für Wohlstand bleibt, wird sich die Politik an einer Steigerung des BiP ausrichten. Das ist eine Politik, die sich nicht an den Interessen der breiten Gesellschaft und zukünftiger Generationen, geschweige denn den Interessen einer fairen Weltgesellschaft ausrichtet. Wir wollen den Wirtschaftswachstums Hype in Frage stellen und eine Maßeinheit finden, die nicht nur den wirtschaftliche Erfolg einer Nation spiegelt, sondern aussagt, wie es den Menschen in einer Gesellschaft geht.

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PRO
Ein klares ja .Es muss für den Menschen Gearbeitet werden und nicht für den Geldbeutel einzelner.
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PRO
Danke für diese Initiative. Eine Neudefinition ist lange überfällig. Ich unterstütze die Initiative.
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PRO
Wohlstand aus dem Gleichgewicht