Reform der Jagd

Naturschutz und Renaturierung erfordern dringend eine Reform des Jagdrechts

Diese Initiative wurde angenommen.

Initiator*innen
Harry (@Surfista) J
Ellen Grabowski
Christine @megaera
Veröffentlicht am
7. Dezember 2017
Bereich
Nachhaltigkeit
Einordnung
Einzelinitiative
Ebene
Bund
Ergebnis der Abstimmung

Diese Initiative wurde angenommen.

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77 Personen haben an dieser Abstimmung teilgenommen.

Das waren 8 Prozent aller 989 Abstimmungsberechtigten.

Durch das Bundesjagdgesetz (BJagdG) werden Jägerinnen dazu verpflichtet, durch Hege den Wildbestand zu erhalten (§1 Nr. 2). Das hat dazu geführt, dass der Wildbestand sich weit vom natürlichen Bestand entfernt hat. Absurderweise wird der hohe Wildbestand als Argument dafür angeführt, dass die Jagd dringend erforderlich sei. Aber ohne Hege durch die Jägerinnen wäre der Bestand nicht problematisch.

Im dicht besiedelten Deutschland führt die Jagd immer mehr zu Problemen und sogar auch zu tödlichen Unfällen. Sowohl unvorsichtige Jäger*innen verletzen regelmäßig Menschen. Aber auch durch Treibjadgen aufgescheuchtes Wild flieht auf Straßen und verursacht Unfälle. Hinzu kommt, dass mit viel Mühe Tierarten wieder angesiedelt werden sollen, was durch die Jagd erschwert oder behindert wird.

Der Wolf kehrt zurück und wird in der Lage sein, die Wildbestände wieder zu regulieren. Allerdings wird er von Jäger*innen als Konkurrent um Jagdbeute gesehen. Dabei hat der Wolf nachweislich positive Effekte, siehe z.B. hier: https://www.youtube.com/watch?v=ysa5OBhXz-Q&feature=youtu.be

Das Ökosystem in Deutschland lässt sich auch ohne Jagd ausreichend gut regulieren. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass die Jägerschaft für einen zu hohen Bestand verantwortlich ist, der dem Ökosystem schadet[Positionspapier des NABU “Fütterung”].

Problembeschreibung

Das Bundesjagdgesetz (BJagdG) enthält zahlreiche sehr problematische Vorschriften, die aus Gründen des Naturschutzes geändert werden müssen. Insbesondere die “Hege” zum Zweck der Erhaltung des Wildbestandes führt nach unserer Auffassung zu Problemen(siehe ÖJV -> Leitlinien: Hege https://www.oejv.org/home/%C3%B6jv-leitlinien/).

Das Ökosystem soll unserer Meinung nach so beschaffen sein, dass eine Regulierung von Außen nicht oder nur sehr maßvoll erforderlich ist. Die Ausrichtung hin zu einem Zweckmittel für ein Hobby, das darin besteht, Tiere zu erlegen, lehnen wir ab. Insbesondere lehnen wir ab, dass für dieses Hobby tödliche Präzisionswaffen in privaten Haushalten vorgehalten werden.

Problematisch ist weiterhin, dass durch die Jagd pro Jahr weit über eine Tonne Blei in die Böden gelangt.

Grundstückseigentümer*innen, die nicht möchten, dass auf ihrem Grundstück gejagt wird, müssen sich einer Gewissensprüfung unterziehen. Unserer Auffassung nach ist es das Recht jedes Menschen, die Jagd auf seinem Grundstück ohne Angabe von Gründen abzulehnen.

Forderung

Das Recht zur Jagd soll für Privatpersonen vollkommen abgeschafft werden. Sollte es erforderlich sein, ein Tier zu töten, soll dies ausschließlich durch Berufsjäger*innen im öffentlichen Auftrag geschehen.

Durch die aktuell noch viel zu hohen Bestände an Wild ist allerdings ein Übergang erforderlich, um den Bestand geregelt auf ein natürliches Maß zu bringen. Dazu sind nach unserer Meinung die Ziele des ÖJV sehr gut geeignet. Die dort verfolgten Ziele einer Naturverträglichkeit der Jagd stellen einen guten Kompromiss dar. Die Jagd wird nicht mehr zum Selbstzweck, sondern soll ausschließlich einem ausgewogenen Ökosystem dienen. Dieser Forderung schließen wir uns an. Insbesondere zu betonen sind die Bestrebungen des ÖJV, natürliche Fressfeinde der Wildtiere - beispielsweise den Wolf - wieder anzusiedeln, um eine natürliche Regulierung des Wildbestandes zu erreichen.

Das Bundesjagdgesetz, sowie die davon abhängigen Landesgesetze sollen komplett abgeschafft werden. Die zum Naturschutz erforderlichen Regelungen zur Jagd sollen im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) aufgenommen werden und sich dem Naturschutz unterordnen.

Kosten

Der Gemeinschaft entstehen keine Kosten.

Finanzierungsvorschlag

Entfällt.

Arbeitsweise

Diskussion im Marktplatz mit vielen weiteren Links und Argumenten: https://marktplatz.bewegung.jetzt/t/reform-der-jagd/12718

Der ökologische Jagdverband schlägt andere Wege vor: https://www.oejv.org/home/öjv-leitlinien/

Initiative gegen Zwangsbejagung: http://www.zwangsbejagung-ade.de/

Positionspapier des NABU: https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/jagd/131212-nabu-positionspapier-jagd.pdf

Informationsblatt “Natur ohne Jagd”: http://www.abschaffung-der-jagd.de/downloads/jagdgesetznovellierung.pdf2

Initiative “Abschaffung der Jagd”: http://www.abschaffung-der-jagd.de/initiative/index.html2

Bundesjagdgesetz (BJagdG): http://www.gesetze-im-internet.de/bjagdg/BJagdG.pdf

Jagdrecht in Deutschland: https://www.jagdverband.de/content/jagdrecht-deutschland-0

Reform Jagdgesetz BW: https://www.waldwissen.net/wald/wild/jagd/fvjagdwildtiermanagementgesetz/indexDE

Peta - „Jagdunfälle“ und Gewalttaten: https://www.peta.de/jagdunfaelle#.WibcB1OQw-U

Gegenargumente: Damit sich alle Beweger*innen im Plenum auch ein Bild über die Gegenargumente machen können, hier eine Zusammenfassung:

Aufgrund des aktuellen Wildbestandes ist die Jagd aktuell noch erforderlich, kann also nur schrittweise zurück genommen werden.

Jäger*innen bezahlen für Jagd auf staatlichen Grundstücken Pacht, was zu Einnahmeausfällen führen würde.

Eine Seite eines Jägers mit “Jagd - Fakten” (ohne Belege und Quellen zu nennen): http://www.jagd-stromberg.de/wissen_jagdfakten.php

Argument der Initiator*innen

Wenn wir Wölfen und anderen Tieren wieder ein winziges Stück ihres Lebensraumes zurück geben wollen, geht das nicht ohne eine harte Reform der Jagd.

Die Jagd als regulierendes Element ist im 21 Jahrhundert nicht mehr erforderlich und nur als Statussymbol Menschen mit tödlichen Präzisionswaffen den Wald zu überlassen entspricht nicht unserem Verständnis von Gemeinschaft.

Wer die Natur liebt, kann sich Mit Fernglas und Fotoapparat auf Hochsitzen treffen und sich an einer natürlichen Umgebung erfreuen.