Lehrer*innen ausbilden im Arbeiten mit Menschen mit Behinderung

Viele Lehrer*innen sind im Arbeiten mit Menschen mit Behinderung überfordert. Das sollte sich ändern!

Diese Initiative befindet sich in Diskussion.

Initiator/innen
Johannes Uttecht
Gerald Ehrlich
Sabine Sedlaczek
Veröffentlicht am
30. Januar 2018
Bereich
Gerechtigkeit und Verantwortung füreinander
Einordnung
Einzelinitiative
Ebene
Bund
Noch 2 Wochen, 1 Tag

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Viele Lehrer*innen sind überfordert, wenn sie auf Kinder mit Behinderung treffen, da sie im Zuge ihrer Ausbildung nie, oder nur sehr mangelhaft, darin unterrichtet wurden, mit diesen Menschen zu arbeiten. Das kann dann schnell dazu führen, dass dann mit diesen Kindern falsch umgegangen wird, was ihre Schulzeit unnötig erschwert. Lehrer*innen sollten besser darin ausgebildet werden mit Menschen mit Behinderungen zu arbeiten, um ein faires Bildungssystem zu ermöglichen

Problembeschreibung

Im Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention [1] wurde 2009 das Recht auf inklusive Bildung für Menschen mit Behinderung verankert. Sie dürfen nicht mehr aufgrund ihrer Behinderung für eine Schule abgelehnt werden. Jedoch berichten viele Lehrer*innen, dass sie mit der Arbeit mit Menschen mit Behinderung überfordert sind, da Inklusion kein Bestandteil der Lehrer*innenausbildung ist [2][3]. Sechs Bundesländer (RLP, Bayern, Brandenburg, Meck-Pomm, Bremen, Schleswig-Holstein) haben bereits Pflichtveranstaltungen zur Inklusion in allen Lehramtsstudiengängen. In Thüringen haben immerhin einige Lehramtsstudiengänge Pflichtveranstaltungen zur Inklusion [4]. Zwar sind viele Lehrer*innen skeptisch gegenüber Inklusionsklassen, jedoch sinkt die Anzahl der Skeptiker dort, wo es bereits Inklusionsklassen gibt [5]. Dies zeigt, dass viele Lehrer*innen Angst vor der Überforderung haben, die ihnen durch gründliche Vorbereitung genommen werden muss.

Forderung

Wir fordern, dass in jedem Bundesland, in jedem Lehramtsstudium Veranstaltungen zum Thema Inklusion Pflicht sind. Dort soll eine möglichst breite Palette an Behinderungen abgedeckt werden, sodass Lehrer*innen auf mögliche Interaktionen mit Kindern mit Behinderungen vorbereitet sind. Auszubildende sollten entweder einen Teil ihres Referendariats in einer Inklusionsklasse verbringen oder ein Pflichtpraktikum in einer Inklusionsklasse absolvieren, um auch praktische Erfahrungen während ihrer Ausbildungszeit zu sammeln. Dazu fordern wir, dass bereits ausgebildete Lehrer*innen Möglichkeiten zur Fortbildung erhalten.

In Folge dessen werden die (angehenden) Lehrer*innen darin unterrichtet, was Behinderungen ausmacht, welche Behinderung welche individuelle Umgangsart benötigt und Methoden des Zeitmanagements, um sich auf die Kinder mit Behinderung individuell vorzubereiten [6].

Kosten

Eine genaue Kostenaufteilung lässt sich hier schwer machen. Es würde vermutlich etwas kosten:

  • die Lehrpläne auszuarbeiten

  • die Bereitstellung von Lehrmaterialien und Lehrkräften an Universitäten

  • die Fortbildungen für bereits ausgebildete Lehrer*innen

Wieviel die einzelnen Punkte kosten werden, kann schlecht bestimmt werden.

Finanzierungsvorschlag

Eine Möglichkeit wäre die Finanzierung über die Erhöhung der Bildungsausgaben [7].

Für so eine Maßnahme sollte Geld zusammenkommen, da es nötig für eine fairere und inklusivere Welt ist. Des Weiteren zeigen viele Studien [8], dass Investitionen in Bildung sich langfristig in vielen Belangen - auch finanziell - rentieren.

Arbeitsweise

Quellen: [1] https://www.lwl.org/lja-download/datei-download-schulen/UNKonventionfuerdieRechtevonMenschenmitBehinderungenInklusion/InklusiveBeschulung/Tagungsdoku/12883302560/UN-KonventionArtikel_24.pdf1 (Stand: 1.11.2017, 13:21)

[2] https://www.ksta.de/nrw/studie-zur-inklusion-unterricht-fuer-kinder-mit-behinderung-ueberfordert-viele-lehrer-1179118 (Stand: 1.11.2017, 13:09)

[3] http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/inklusion-kommt-in-lehrerausbildung-zu-wenig-vor-a-1027715.html1 (Stand: 1.11.2017, 13:26)

[4] http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/bild-1027715-835640.html (Stand 1.11.2017, 13:31)

[5] http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/inklusion-viele-lehrer-wollen-keine-behinderten-schueler-a-1034438.html (Stand 1.11.2017, 13:42)

[6] https://www.welt.de/politik/deutschland/article118417665/Die-Angst-vor-Inklusion-ist-gross-und-berechtigt.html1 (Stand 1.11.2017, 13:40)

[7] https://abstimmen.bewegung.jetzt/initiative/292 (Stand 1.11.2017, 13:55)

[8] https://www.researchgate.net/profile/RonaldSchettkat/publication/5103054BildungundWirtschaftswachstumEducationandeconomicgrowth/links/543fd3180cf2fd72f99db3a7.pdf (Stand 15.01.2018, 16:28)

[9] https://abstimmen.bewegung.jetzt/initiative/76 (Stand 1.11.2017, 13:51)

Argument der Initiator/innen

Ich selbst hatte einen Schulfreund mit Asperger-Syndrom und viele Lehrer*innen wussten schlicht und ergreifend gar nicht, wie sie mit ihm umgehen sollten und waren mit vielen Situationen vollkommen überfordert und haben dementsprechend auch das ein oder andere Mal absolut falsch gehandelt, was vor allem an der mangelhaften Vorbereitung während der Ausbildungszeit lag. In der angenommen Initiative für Bildung [9] steht bereits, dass “alle Lehrer, gleich welche Fachrichtung oder Schulform sie später anstreben, […] im Bereich “Inklusive Didaktik” umfassend zu schulen [sind].”. Jedoch halte ich es für wichtig hier zu konkretisieren, zu erweitern und hervorzuheben, um Menschen mit Behinderung dieselbe Bildungsqualität zu bieten, wie für Menschen ohne Behinderung.

Diese Ini kann theoretisch dann auch für die Länder übernommen werden, wenn entsprechende Wahlprogramme aufgestellt werden, da ja aktuell Bildung Ländersache ist…. Allerdings in Verbund mit der angenommen Ini, um Bildung Bundessache zu machen, wäre auch diese Ini im Bund möglich!

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PRO
Ein Schritt in die richtige Richtung, denn Kompetenzen wie diese kommen viel zu kurz!
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PRO
Lehramt Sonderpädagogik
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KONTRA
Die Lehrer haben eigentlich andere Aufgaben. In eine Inklusionsklasse gehören zusätzliche Sonderpädagogen.
Es wurden bisher keine Vorschläge eingebracht.