Ende der Prostitution - Umsetzung des Nordischen Modells

Das Nordische Modell bekämpft Prostitution (Sexkauf) auf dem Umkehrweg, das heißt es werden nicht die Prostituierten (Sexarbeiter*Innen) kriminalisiert sondern die Freier (Sexkäufer*Innen). Die Sexarbeiter*Innen werden in diesem Modell sogar als Opfer anerkannt. (6)

Diese Initiative hat das Quorum erreicht und darüber hinaus 8 Unterstützer*innen.
In 1 Tag, 17 Stunden geht diese Initiative in Diskussion.

Initiator*innen
MatthiasKnoth
Regine Deutsch
beni
Veröffentlicht am
30. Juli 2019
Bereich
Geschlechtergerechtigkeit
Einordnung
Einzelinitiative
Ebene
Bund

Es wurde auch folgende Variante eingebracht

In Diskussion
Noch 1 Woche, 1 Tag

Progressiver Umgang mit Sexarbeit & Kampf gegen Zwangsprostitution

Das Thema Sexarbeit polarisiert - die einen finden sie "völlig normal", für andere ist sie verrucht und ein Tabuthema. Fakt ist aber, dass sie existiert. Unabhängig von eigenen Moralvorstellungen muss dafür gesorgt werden, dass Sexarbeiter*innen ihren Tätigkeiten in Würde und Sicherheit nachgehen können. Gleichzeitig müssen auch illegale Machenschaften wie Zwangsprostitution und Menschenhandel effizient bekämpft werden.

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23 Unterstützer*innen
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Zusammenfassung

Wir fordern ein Verbot des Sexkaufs. Ein Mensch kann nicht zum Verkauf stehen.

Umsetzung der EU-Resolution zum Sexkaufverbot. EU Parlament:"Das Parlament fordert die Mitgliedstaaten auf, Ausstiegsstrategien für Prostituierte zu entwickeln, indem zum Beispiel alternative Einnahmequellen für Frauen gefunden werden, die einen Ausweg aus der Prostitution suchen."(1)(2) "BGE statt Prostitution!" Mehr Hilfe zum Ausstieg aus der Prostitution. Konkrete Hilfen für Opfer des Menschenhandels.

Umsetzung der UN Menschenrechtskonvention Artikel 6. "Artikel 6: Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Maßnahmen einschließlich gesetzgeberischer Maßnahmen zur Abschaffung jeder Form des Frauenhandels und der Ausbeutung der Prostitution von Frauen." (4)(8)

Die Einführung in Deutschland ist nur die logische Konsequenz aus einem mehrheitlichen Willen. Demokratie in Bewegung soll diesen progressiv in Deutschland fördern und fordern.

Problembeschreibung

Charakter

Das Nordische Modell bekämpft Prostitution (Sexkauf) auf dem Umkehrweg, das heißt es werden nicht die Prostituierten (Sexarbeiter*innen) kriminalisiert sondern die Freier (Sexkäufer*innen). Die Sexarbeiter*innen werden in diesem Modell ausdrücklich als Opfer anerkannt. (6)

Einführung

Das Nordische Modell (Sexkaufverbot) wurde 1999 von Schweden eingeführt, sein Erfolg wurde von anderen Ländern erkannt und diese haben es ebenfalls eingeführt oder stehen kurz davor, hier eine Liste (6):

2008 Norwegen, Island 2014 Nord-Irland, Kanada 2016 Frankreich 2017 Irland 2020 Israel

Umsetzung in Schweden

Das 1999 eingeführte Gesetz enthielt zwei Phasen, Phase 1 die Bekämpfung der Straßenprostitution, Phase 2 die Bekämpfung der Prostitution im Internet und Indoorbereich. Phase 1 wurde mit jährlich 7 Mio. Schwedische Kronen (700.000 €) finanziert. Diese wurden hauptsächlich in Projekte der Polizei und Organisationen gesteckt, die Prostituierten beim Ausstieg helfen sollen. Die Auswertung von 2001 erbrachte, die Straßenprostitution wurde halbiert. In Folge wurde Phase 2 gestartet und das Budget auf 2 Milliarden Schwedische Kronen (200 Mio. €) pro Jahr aufgestockt. (15),(16) In den Folgejahren wurden weitere Konkretisierungen erarbeitet, 2005 wurde z.b. die Vergewaltigung neu definiert. Und 2013 der Opferkreis vergrößert. Damit konnten mehr Straftaten verfolgt werden, aber auch die Statistik nahm dadurch zu, was zu einem Zerrbild führte. (18)

Menschenhandel und Grenzprostitution

"Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge werden jedes Jahr 4 Millionen Frauen und Kinder in oder zwischen Ländern umgesiedelt, um in die Sexindustrie gezwungen zu werden. Nach Westeuropa werden jährlich 500.000 Frauen und Kinder aus der ganzen Welt eingeschmuggelt. Die EU und die Internationale Organisation für Migration haben festgestellt, dass jedes Jahr mindestens 500.000 Frauen und Kinder nur in EU-Ländern verkauft werden. In Schweden werden nach Angaben der Nationalen Polizeibehörde zwischen 200 und 500 Fälle von Frauenhandel pro Jahr festgestellt, was unterstreicht, dass die Zahl der Fälle groß ist und der Handel zunimmt".(17)

EU Parlament zum Nordischen Modell

2014 stimmte das EU Parlament für ein Verbot des Sexkauf und empfiehlt allen Mitgliedstaaten das Nordische Modell umzusetzen. EU-Parlament: "Statt der Legalisierung, die in den Niederlanden und Deutschland zu einem Desaster geführt hat, brauchen wir einen nuancierten Ansatz, der die Männer bestraft, die die Körper der Frauen als Gebrauchsgegenstand behandeln, ohne dabei diejenigen zu bestrafen, die in die Sexarbeit abgeglitten sind", so Mary Honeyball (S&D, UK), die die Resolution entworfen hat. "Wir senden ein starkes Signal: Das Europäische Parlament ist ambitioniert genug, um Prostitution aktiv zu bekämpfen, anstatt sie einfach als unumgängliche Realität zu akzeptieren." … "Die nicht bindende Resolution wurde mit 343 Stimmen angenommen, 139 Abgeordnete stimmten dagegen, 105 enthielten sich.") (1)(2) Die Expertengruppe des Europarates gegen Menschenhandel (GRETA): "Laut dem Bericht hat Schweden auf mehreren Gebieten Fortschritte erzielt, besonders durch den Ausbau des Rechtsrahmens zur Bekämpfung von Menschenhandel, die Gründung spezieller Polizeieinheiten gegen Menschenhandel und die Einrichtung eines landesweiten Hilfsprogramms, das von der schwedischen Nichtregierungsorganisation „Zivilgesellschaftliche Plattform gegen Menschenhandel“ umgesetzt wird, um die mutmaßlichen Opfer von Menschenhandel zu unterstützen. Weitere positive Entwicklungen sind die Verabschiedung eines neuen nationalen Aktionsplans zum Schutz von Kindern vor Menschenhandel, Ausbeutung und sexuellem Missbrauch sowie eines neuen nationalen Aktionsplans gegen Prostitution und Menschenhandel. Im Mittelpunkt dieser Pläne steht jedoch die sexuelle Ausbeutung, darum begegnen sie nicht allen Formen von Menschenhandel in ausreichendem Maße. Die schwedischen Behörden sollten der GRETA zufolge sicherstellen, dass die neue Agentur zur Geschlechtergleichstellung, die seit Anfang 2018 die Maßnahmen gegen Menschenhandel in Schweden koordiniert, jeder Form von Menschenhandel wirksam entgegentritt, sowohl im Hinblick auf die Bekämpfung als auch auf die Unterstützung der Opfer." (13)

Gesellschaftlicher Wandel/ Effekte (Schweden)

Vor der Einführung des Sexkaufverbots waren 70% aller Schweden gegen die Einführung, nach der Einführung waren 70% aller Schweden dafür. Ergo trägt eine breite Mehrheit aller Schweden heute dieses Gesetz. Heute gibt es keine schwedischstämmige Prostituierten mehr. Interessant auch ist, dass sich mittlerweile auch Sexkäufer*Innen bei den sozialen Organisationen melden, um um Hilfe zu bitten, aus ihrer Sexsucht herauszukommen. Ein gesellschaftlicher Wandel fand also bereits statt. Schon 2001 kam man zu dem Schluss dass dieses Gesetz noch viel Zeit brauche und erst die Kinder die heute mit dem Sexkaufverbot aufwachsen, würden den gesellschaftlichen Wandel später vervollständigen. (3)(4)

Situation in Deutschland

2001 entschied ein deutsches Gericht die Prostitution sei nicht mehr sittenwidrig, dieses Urteil verwandelte Deutschland 2002 durch die Einführung des Prostitutionsgesetz (ProstG) (14) in "das Bordell Europas". (so die ARD Doku "Deutschland: der Puff Europas") (3) (und die ZDF Doku "Bordell Deutschland") (4) Eine EU-Studie kam 2011 (11)(19)(20) zu dem Ergebnis, das deutsche Gesetz begünstige den Menschenhandel und die Zwangsprostitution." Der Menschenhandel in Deutschland nahm zu, der Hauptanteil (vierfünftel) des Menschenhandel in Europa findet in Deutschland statt. Und global gesehen findet 1/10 des gesamten Menschenhandels in Deutschland statt. Heute sind mindestens 80% aller Prostituierten Zwangsprostituierte aus dem Ausland. "Kriminalkommissar Dörnhöfer hat einen Wandel festgestellt: Waren vor dem Gesetz rund 70 Prozent der Münchner Prostituierten deutschstämmig, so seien es inzwischen nur noch 13 Prozent." (3)(4)

UN-Menschenrechtskonvention

Deutschland hat bis heute nicht die UN-Menschenrechtskonvention zum Menschenhandel Artikel 6 von 1949 unterschrieben. Zitat: "Artikel 6: Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Maßnahmen einschließlich gesetzgeberischer Maßnahmen zur Abschaffung jeder Form des Frauenhandels und der Ausbeutung der Prostitution von Frauen." (4)(8)

Erkennbarer Wille in Deutschland

Zitat Wiki (6): "2014 entstand der Zusammenschluss "Abolition2014" (7); im Rahmen dessen wurde ein Forderungskatalog veröffentlicht, in dem u. a. ein gesetzliches Sexkaufverbot verlangt wird. Beteiligt haben sich einzelne Mitglieder von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Frauenverband Courage Essen, Kofra München, Initiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt, Die Linke, Terre des Femmes sowie des feministischen Blogs Die Störenfriedas.

Am 21. Oktober 2016 hat die Große Koalition ein Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) verabschiedet, das zum 1. Juli 2017 in Kraft getreten ist. Manche Organisationen sehen darin einen ersten Schritt zur Einführung des Nordischen Modells in Deutschland.

Am 6. Juli 2017 beschloss das Kirchenparlament der Evangelischen Landeskirche in Württemberg ein Sexkaufverbot nach schwedischem Vorbild zu fordern. Am 3. Juli 2018 forderte die Evangelische Allianz Deutschland ein Sexkaufverbot nach dem Nordischen Modell."

Vorurteile, Gegenargumente

  • Die Prostitution würde sich in den Untergrund verlagern:

Dieses Vorurteil kann entkräftet werden (so Mattias Siegfriedsson, Leiter der Abteilung für international organisierte Kriminalität in Malmö) denn man kann keine Zunahme der Prostitution im Untergrund feststellen, diese gab es auch schon vorher. Eher das Gegenteil ist der Fall, auch sind die Ermittlungen durch die Einführung des Gesetzes einfacher geworden.(4) Kommissarin Karin Holmqvist (Leiterin der Polizeigruppe für Menschenhandel): Durch die Verfolgung der Freier ist es erst möglich geworden Zwangsprostitution im Verborgenen zu entdecken.(3) "Anna Skarhed, schwedische Justiz Kanzlerin und ranghöchste juristische Vertreterin der schwedischen Exekutive, verwies darauf, dass sich die Straßenprostitution in Schweden seit Einführung des Gesetzes halbiert habe. Es gebe keine Belege, dass sich die Prostitution stattdessen verlagert habe, sagte die Juristin."

  • Die Vergewaltigungsrate würde zu nehmen:

Die Vergewaltigungsrate nahm nicht zu sondern ab. Gegendarstellung: aktuell hat Schweden mit einer Zunahme gemeldeter Sexualdelikte zu kämpfen, diese begann aber erst nach 2011 somit ganze zwölf Jahre nach Einführung, es gibt also keinen konkreten Anhaltspunkt dass die Zunahme in Verbindung mit der Einführung steht. Es ist eher wahrscheinlich dass durch den gesellschaftlichen Wandel, nun die sogenannte Dunkelziffer sich in den sichtbaren Bereich verschiebt. Sprich es werden nun mehr Sexualstraftaten zur Anzeige gebracht aber nicht mehr begangen. Das ist ebenfalls ein Erfolg des Sexkaufverbots. 2007 war das Jahr mit den wenigsten Straftaten nach Einführung. Schweden zählt einzelne Sexualdelikte und nicht Täter/Opfer, was die schwedischen Zahlen größer aussehen lassen.(10) Des Weiteren werden seit 2013 auch "passiv Opfer" in der Statistik mitgezählt.

  • Das Sexkaufverbot stigmatisiere Sexverkäufer*Innen:

Da das Sexkaufverbot nicht die SexverkäuferInnen bestraft sondern die SexkäuferInnen, würden wenn überhaupt die Sexkäufer*Innen stigmatisiert. Was den Effekt mit sich bringt dass diese nun auch sich an Hilfsorganisationen wenden, um aus ihrer Sexsucht heraus zu kommen. Was definitiv auch als Erfolg zu bewerten ist.

  • Ein generelles Verbot von Prostitution sei ein Eingriff in die Freiheit von Frauen und Männer:

Die Realität sieht anders aus, niemand würde sich prostituieren wenn es nicht (meist aus der Not heraus) zum Gelderwerb notwendig wäre. Laut einer internationalen Studie (12) ist die Prostitution für die Prostituierten in vielerlei Hinsicht traumatisch. In der Studie wurden 854 Personen aus neun Ländern befragt, von denen 71% im Zusammenhang mit Prostitution missbraucht, 64% mit Waffen bedroht und 63% vergewaltigt worden waren. 68% zeigten Kriterien für sexuell übertragbare Krankheiten. 89% der Prostituierten wollten die Prostitution verlassen, hatten aber keine alternativen Existenzgrundlagen. 75% gaben an, ein Zuhause oder einen sicheren Ort zu brauchen, 76% benötigten eine Berufsausbildung. Man kann sich sicher sein, dass am Ende keine 11% übrig bleiben die noch keine traumatischen Erlebnisse hatten.

Problematik zur Einführung in Deutschland

Lobbyismus spielt auch hier eine Rolle, so sind Vertreter und Mitglieder der Verbände (z.B. BSD e.V., BesD e.V., move e.V.) der Sexarbeiter meist selbst Arbeitgeber im Gewerbe. Der BesD wurde gar vom Arbeitgeberverband UEGD gegründet. Der BSD ist gar beides, Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverband. Diese Verbände wenden sich auch gegen ehemalige Prostituierte (Aussteiger) und verunglimpfen diese als Extremisten und sprechen ihnen ihren Leumund ab. Und von den geschätzten 400.000 bis 1.000.000 Prostituierten sind gerade mal nur ein paar Hundert in Deutschland organisiert. Nach Angaben der Verbände etwa 300 bis 400. Auch auffällig ist, dass diese Verbände gegen gesetzliche Regulierung sind, sie wollen keine neuen Gesetze gegen Menschenhandel und sind zb. gegen die Kondompflicht. Sie sind teilweise auch Mitglieder in der deutschen Aids-Hilfe von dort aus sie auch einen großen Teil von Lobbyarbeit betreiben. Denn wann auch immer der Gesetzgeber fachkundige Informationen zur Thematik sucht fragt er immer zuerst bei diesen Verbänden nach. Die Beeinflussung der deutschen Gesetzgebung ist also von Lobbyismus durchsetzt. Ein weiterer Punkt ist, dass dieses Gewerbe natürlich auch Steuergelder generiert, diese will sich natürlich der Fiskus nicht nehmen lassen. (4)

Freiwillige Prostitution

Fakt ist, Deutschland versagt dabei Zwangsprostituierte vor Gewalt und Ausbeutung zu schützen. Zum Schutz der vielen hunderttausend Prostituierten müssen auch ein paar hundert Freiwillige darauf verzichten. Ihnen wird dabei nicht verboten Sex zu haben sondern nur daraus ein Geschäftsmodell zu machen.Auch für diese fordert DEMOKRATIE IN BEWEGUNG ebenfalls das Bedingungslose Grundeinkommen. EU Parlament:"Das Parlament fordert die Mitgliedstaaten auf, Ausstiegsstrategien für Prostituierte zu entwickeln, indem zum Beispiel alternative Einnahmequellen für Frauen gefunden werden, die einen Ausweg aus der Prostitution suchen."(1)(2)

"BGE statt Prostitution!"

Die Einführung in Deutschland ist nur die logische Konsequenz aus einem mehrheitlichen Europäischen Willen. DEMOKRATIE IN BEWEGUNG soll diesen progressiv in Deutschland fördern und fordern.

Wir danken den Initiator*Innen (Antje Scheumann, Agnes, Patrick Hennings) der vorhergehenden Initiative: "Ende der Prostitution - Menschenwürde für alle - nordisches Modell jetzt!" für ihre Vorarbeit.

Forderung

1.Einführung des nordischen Modells (Sexkaufverbot).

Umsetzung der nicht bindenden EU Resolution (von 2014). "Das Parlament fordert die Mitgliedstaaten auf, Ausstiegsstrategien für Prostituierte zu entwickeln, indem zum Beispiel alternative Einnahmequellen für Frauen gefunden werden, die einen Ausweg aus der Prostitution suchen." "BGE statt Prostitution!" Die nicht bindende Resolution wurde mit 343 Stimmen angenommen, 139 Abgeordnete stimmten dagegen, 105 enthielten sich.(1)(2)

2.Umsetzung der UN Menschenrechtskonvention zum Menschenhandel (von 1949) “Artikel 6: Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Maßnahmen einschließlich gesetzgeberischer Maßnahmen zur Abschaffung jeder Form des Frauenhandels und der Ausbeutung der Prostitution von Frauen.” (8)

3.BGE statt Prostitution, aber dass allein reicht nicht aus.

3a. Es müssen auch umfangreiche Angebote geschaffen werden zur Hilfe zum Ausstieg. Nur niedrigschwellige umfangreiche Beratungsangebote mit sprachlich und kulturell geschulten Fachkräften können zu einer echten Hilfe aus dem Milleu werden.

3b. Opfern von Menschenhandel soll besser geholfen werden. Für diese Aufgaben braucht es qualifiziertes Personal und Angebote, um den Aussteiger*innen und Opfern eine neue Zukunft zu geben. Abschiebungen wegen illegalen Aufenthalts gehört beenden, da diese verhindert, dass sich viele Zwangsprostituierte wehren und beraten lassen können. Schutz vor Zwangsprostitution und Opfer von Menschenhandel muss ein Asylgrund sein.

3c. Respekt und Würde in den Lehrplänen der Schulen mehr Bedeutung geben, um in allen heranwachsenden Menschen, Frauen*Männern das Wissen zu verankern, dass Menschenhandel, Sklaverei und Zwangsprostitution in dem Menschenbild einer aufgeklärten, respektvollen Gesellschaft, die in Artikel 1 ihres Grundgesetzes stehen hat „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ absolut keinen Platz hat. Allen jungen Menschen bewußt machen, das Menschenhandel, Sklaverei und Zwangsprostitution Relikte aus Kolonialzeiten und Klassendenken sind. Die sich auch noch im Gender Pay Gap ( Gleiche Arbeit -weniger Geld) und im Umgang mit Geflüchteten zeigen und gerade wieder auf dem Vormarsch sind.

Kosten

Durch Wegfall der Prostitution fallen natürlich auch die dadurch generierten Steuereinnahmen aus. Auch muss eine ganze Menge noch in Prävention und Aufklärung investiert werden aber diese Aufgaben übernehmen ja jetzt schon mehr die Organisationen als der Staat. Darum würden zusätzlich Kosten für Ausstiegshilfen (z.B. Schutzräume, Qualifikationen…) und der Bewältigung von Traumata für Opfer des Menschenhandel entstehen. Die Forderung nach einem BGE statt Prostitution, würde natürlich Kosten verursachen aber diese sind bereits in unserer abgestimmten Initiative inkludiert.

Kostenbeispiel Schweden:

Phase 1 wurde mit jährlich 7 Mio. Schwedischen Kronen (700.000 €) finanziert. Diese wurden hauptsächlich in Projekte der Polizei und in Organisationen investiert, die Prostituierten beim Ausstieg helfen sollen.

Phase 2 das Budget wurde auf 2 Milliarden Schwedische Kronen (200 Mio. €) pro Jahr aufgestockt. Wie diese Summen auf Deutschland übertragbar sind, ist schwer zu sagen.

Dies darf aber kein Grund sein die Not von Menschenhandelsopfern und Zwangsprostituierten weiter zu ignorieren.

Finanzierungsvorschlag

Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der Finanzierungsvorschlag bleibt daher hier offen.

Arbeitsweise

Quellen:

(1)https://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20140221IPR36644/die-freier-bestrafen-nicht-die-prostituierten-fordert-das-parlament

(2)https://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+TA+P7-TA-2014-0162+0+DOC+XML+V0//DE

(3)https://youtu.be/Y5a2uU4HM_E ARD Doku

(4)https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/bordell-deutschland-milliardengeschaeft-prostitution-102.html

(5)https://de.m.wikipedia.org/wiki/ProstitutionnachL%C3%A4ndern

(6)https://de.m.wikipedia.org/wiki/Nordisches_Modell

(7)https://abolition2014.blogspot.com

(8)https://www.frauenrechtskonvention.de/prostitution-und-frauenhandel-23546/

(9)https://sv.m.wikipedia.org/wiki/SexualbrottiSverige

(10)https://www.nzz.ch/international/europa/schweden-ein-gefaehrliches-land-fuer-frauen-1.18729473

(11)https://www.welt.de/politik/deutschland/article125824434/Schweden-feiert-sein-Sex-Kauf-Verbot-als-Erfolg.html

(12)http://www.prostitutionresearch.com/pdf/Prostitutionin9Countries.pdf

(13)https://www.coe.int/de/web/portal/-/sweden-progress-made-in-combating-human-trafficking-but-need-to-address-all-forms-of-trafficking

(14)https://www.gesetze-im-internet.de/prostg/BJNR398310001.html

(15)https://www.riksdagen.se/sv/dokument-lagar/dokument/svar-pa-skriftlig-fraga/statens-forhallningssatt-till-prostituerade_GP12435

(16)https://www.riksdagen.se/sv/dokument-lagar/dokument/interpellation/internetprostitution_GP10276

(17)https://www.riksdagen.se/sv/dokument-lagar/dokument/motion/prostitution-och-manniskohandel-for-sexuella_GR02Ju452

(18)https://www.riksdagen.se/sv/dokument-lagar/arende/betankande/sexualbrotten_GS01JUU16

(19)https://www.ndr.de/der_ndr/presse/mitteilungen/pressemeldungndr9001.html

(20)https://www.uni-heidelberg.de/presse/news2013/pm20130527_prostitution.html

Argument der Initiator*innen

Wir entleihen uns folgendes Zitat (Carina Olsson (S)SWE): „Es geht um den Respekt für den Menschen. Man respektiert einen anderen Menschen und dessen Körper nicht, wenn man ihn kauft. Ein Mensch kann nicht zum Verkauf stehen.“ (11)

Die umfangreiche Diskussion findet Ihr unter

https://marktplatz.bewegung.jetzt/t/initiative-ende-der-prostitution-umsetzung-des-nordischen-modells/30593/67 und https://marktplatz.bewegung.jetzt/t/progressiver-umgang-mit-prostitution-legalisierung-statt-entkriminalisierung/30586/53

Bitte gerne dort weiter disskutieren und hier nicht alles bereits Gesagte wiederholen. Wir sind für weitere Anregungen offen.

Die alternative Ini findet Ihr hier: https://abstimmen.bewegung.jetzt/initiative/285-progressiver-umgang-mit-sexarbeit-kampf-gegen-zwangsprostitution

Es wurde auch folgende Variante eingebracht

In Diskussion
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Progressiver Umgang mit Sexarbeit & Kampf gegen Zwangsprostitution

Das Thema Sexarbeit polarisiert - die einen finden sie "völlig normal", für andere ist sie verrucht und ein Tabuthema. Fakt ist aber, dass sie existiert. Unabhängig von eigenen Moralvorstellungen muss dafür gesorgt werden, dass Sexarbeiter*innen ihren Tätigkeiten in Würde und Sicherheit nachgehen können. Gleichzeitig müssen auch illegale Machenschaften wie Zwangsprostitution und Menschenhandel effizient bekämpft werden.

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René Gerlitz
Monika
Martin Dietz
Tobias René Keisers
Olaf Wahl