Bildung, die Grundlage für unsere Gesellschaft und Gerechtigkeit

Möglichst breites Wissen und ausreichende, auch soziale, Kompetenzen sind unser größtes und deshalb wichtigstes Kapital – als Individuum, als Gesellschaft und als Volkswirtschaft.

Diese Initiative wurde angenommen.

Initiator/innen
Jörn Gühl
René
Ulrik Oswald
Veröffentlicht am
1. Juli 2017
Bereich
Zukunft aktiv gestalten
Einordnung
Einzellinitiatve
Ebene
Bund
Ergebnis der Abstimmung

Diese Initiative wurde angenommen.

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Ja
104
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Nein
9

113 Personen haben an dieser Abstimmung teilgenommen.

Das waren 29 Prozent aller 384 Abstimmungsberechtigten.

Text der Initiative

Solides Basiswissen und individuelle Stärken jedes Einzelnen fördern. Eine gute Schulbildung zahlt sich immer aus.

Problembeschreibung

Die etablierten Parteien räumen der Bildung, Ausbildung und Forschung nicht die unbedingt erforderliche Priorität ein. Dabei liegen im jetzigen Bildungskonzept die Ursachen der zunehmenden sozialen Spaltung. Hier beginnt der Fachkräftemangel und eine sich immer weiter öffnenden Reich/Arm-Schere. Auch der vermehrt aufkommende Rassismus, die größer werdende Intoleranz in der Gesellschaft haben ihre Wurzeln im aktuellen Status Quo. Es fehlt an Innovationen und positiven Impulsen, was unsere Zukunft gefährdet. Es ist daher notwendig, jeden einzelnen - Kinder, Jugendliche und Erwachsene - in einem geschützten Lernumfeld, nach ihren/seinen individuellen Fähigkeiten zu fördern und zu fordern.

Im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarn und z.B. zu Kanada brauchen wir in Deutschland eine umfassende Änderung unseres bisherigen Bildungssystems! Um eine Chancengleichheit zu gewährleisten muss Schulpolitik bundesweit einheitlich geregelt werden. Im europäischen Umfeld muss dringend eine Vergleichbarkeit, ein europaweite Konsens angestrebt werden. So erreichen wir eine möglichst umfassende Freizügigkeit in allen Lebensbereichen für uns EU-Bürgerinnen und -Bürger.

Forderung

Es ist längst überfällig, neue Wege einzuschlagen.

Unsere Ziele dafür lassen sich in 10 Punkten zusammenfassen:

1 Mit deutlich höheren Investitionen zu mehr Bildungsqualität

Kindergärten, Krippen, Tagesmütter und Kindergruppen sind wichtige Bildungsstätten.
Damit alle Kinder und Jugendlichen neben einem ausreichenden Zugang zur Bildung, auch möglichst gleiche Bildungschancen bekommen, sind deutlich höhere Investitionen insbesondere ins Bildungswesen dringend nötig. Wie von Lehrkräften und verschiedenen Elternverbänden seit Jahren gefordert, muss bedeutend mehr Personal bereitgestellt werden. Die Ausbildung und Bezahlung in Berufen rund um die Betreuung von Kindern und Jugendlichen sind spürbar aufzuwerten. Wie internationale Erfahrungen (siehe Dänemark, Niederlande, Norwegen, etc.) zeigen, findet eine reale Familienförderung erst dann statt, wenn eine hochwertige Kinderbetreuung gegeben ist. Dies ist zielführender als reine Geldleistungen wie Steuerfreibeträge etc.

Bildung darf nicht unter ökonomischen Gesichtspunkten sondern ausschließlich als eine lohnende Investition in die Zukunft betrachtet werden. Fachleute rechnen für jeden Euro Investition in die Bildung langfristig mit 3 Euro Ertrag.

Wer eine solide Bildung erhält und einen Beruf erlernt, zahlt schließlich irgendwann Steuern. Durch eine gute Kaufkraft steigen die Steuereinnahmen zusätzlich. Kahtrin Bock-Famulla (Universität Bielefeld) hat 2002 eine Studie zur volkswirtschaftlichen Wertschöpfung von Investitionen in Kitas veröffentlicht, gleiches gilt natürlich auch für die weitere Schulbildung.

2 Freie Schulen, Kindergärten und Hochschulen:

Bildungseinrichtungen müssen eigenständig neue Wege gehen, schnell und flexibel arbeiten können, um so auch endlich deutlich mehr individuelle Bildung für ALLE erreichen zu können. Autonomie der Bildungseinrichtungen bedeutet für uns die freie Wahl der pädagogischen Modelle, Methoden, Lehrinhalte und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen ein Team mit vielfältigen Kompetenzen bilden, das sowohl Lehrerinnen und Lehrer als auch Profis aus anderen Bereichen wie Sozialarbeit, Psychologie, Sport, Kultur und Wirtschaft umfasst.

Es muss die Möglichkeit bestehen auch im Team, in einer Klasse zum gleichen Zeitpunkt zu arbeiten, sodass individuell auf die verschiedenen Bedürfnisse der SchülerInnen eingegangen werden kann.

Warum sollen nur wenige Kinder Anspruch auf intensive Förderung (Förderschule) haben und ein produktiver Personal/Kinder-Schlüssel gilt erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Zusätzliche Lehrer/Innen, nach Möglichkeit 2 Lehrer/Innen pro Klasse sowie kleinere Klassenverbände würden in jedem Fall helfen.

3 Die Schülerinnen und Schüler - Talente in den Mittelpunkt:

Die Interessen und Talente der Schülerinnen, Schüler haben unbedingt im Vordergrund zu stehen.

Der Sekundarabschluss I mit bundesweit einheitlichen Mindeststandards in den Basisfächern muss Mindestverpflichtung für alle Schülerinnen und Schüler werden.
„Potenziale fördern“ und „das Lernen lernen“ statt der Orientierung an den Defiziten!

Anstatt des Parallelsystems, Stadtteilschulen, Oberschulen, Gymnasien, Gesamtschulen, wollen wir analog zu unseren EU-Nachbarn (außer Österreich) eine Vielfalt an autonomen Mittelschulen, die auf individuellen Wegen zum gemeinsamen Ziel, der Mittleren Reife, führen. Anschließend gibt es die Option zur Weiterbildung zum Abitur auf einem Gymnasium, mit ebenfalls bundesweit einheitliche Mindeststandards in den Basisfächern. Begabungsnahe Zusatzfächer sollen eine gezielte, individuelle Förderung für jede Schülerin und jeden Schüler ermöglichen. Noten sollen bis zur Klasse 8 abgeschafft werden und nur eine individuelle Bewertung / Reflexion zum eigenen Fortschritt stattfinden. Es soll begrenzt altersgemischte Klassenverbände geben, somit ist auch ein “Sitzenbleiben” nicht mehr erforderlich. Die Kinder können dann einfach noch ein bisschen länger in der bekannten Gruppe bleiben.

Schüler und Schülerinnen sollten vermehrt in fächerübergreifenden Unterrichtsstunden in Gruppenarbeit lernen, zusammen Lösungswege auszuarbeiten und Ziele zu erreichen. Dies fördert die soziale Gemeinschaft, Teamfähigkeit und lösungsorientiertes Handeln und Denken.

Freie Fächerwahl:

Die verpflichtenden Basisfächer muss es geben, damit alle Schüler die gleiche Grund- und Allgemeinbildung besitzen (z.B. Themen wie Gesunde Ernährung, ökologische Zusammenhänge, Drittes Reich, Physik, Elektronik, Informatik, Bio und Chemie).

Um unnötigen Druck und Stress zu reduzieren, sollte es keine Schulnoten geben. SchülerInnen sollten nach jedem Schulhalbjahr eine einfache Bescheinigung “bestanden” oder “nicht bestanden” erhalten. War das Halbjahr nicht erfolgreich, so wiederholt man einfach das betreffende Fach.

Aufgrund unterschiedlicher Stärken und Schwächen sollten SchülerInnen Klassen gemäß ihrem Leistungsstand und nicht aufgrund eines bestimmten Alters zugeordnet werden. (altersgemischte Klassenverbände). In Verbindung mit einem simplen und flexiblen Kurssystem, ähnlich dem einer Universität, könnten maximale Lernerfolge für die meisten SchülerInnen erreicht.

Ein begrenzt altersgemischter Klassenverband könnte etwa wie folgt aussehen:

Stufe I “Basis”:

Dauer: 4-5 Jahre

Organisation: Klasse 1 bis einschließlich 4 in offenen Gruppen mit je einem direkten Ansprechpartner für ca. 10 SuS

Eintrittsalter: 5-7 Jahre

Vorteil: Kinder lernen länger gemeinsam, Basics werden besser gefestigt.

Konzept: Es bleibt Zeit um täglich Sport und Kompetenztraining anzubieten; organisiert in Kursen und Projektlernen, Level erreicht, keine Noten; Lesen, Schreiben, Grundrechenarten, Ethik, Musik, Kunst, Englisch; Kompetenztraining (sozial, lerntechnisch, lebenspraktisch, gesundheitlich), täglich Sport

Kernziel: Alphabetisierung und Umgang mit Zahlen, Symbolen, Formen sowie Farben; ohne Bewertung sondern nur gezielte Förderung der vorhandenen Fähigkeiten (mathematisch-musisch, naturwissenschaftlich, sprachlich) Kompetenztraining sozial, lerntechnisch, demokratisch, gesundheitlich, ökologisch, team- und friedensfähig), täglich Sport, denn Bewegungsmangel ist der wichtigste Grund für gesundheitliche Beschwerden, schon im Kindesalter.

Stufe II “ Sekundar-Stufe”:

Dauer: 4-5 Jahre

Organisation: Klasse 5 bis 8 in festen Klassen von max. 21 SuS

Eintrittsalter: 9-12 Jahre

Vorteil: nahtloser Übergang aus Stufe I, d.h. kein Schulwechsel

Konzept: Grundlegendes Wissen für die Allgemeinbildung zur Orientierung in unserem demokratischen Wertesystem; Kurssystem mit Mathe, Deutsch, Englisch, Nawi, Musik, Kunst, Werken, freiwillige 2.Fremdsprache, Ethik, Geschichte, Erdkunde, Sozialkunde in einem Fach, täglich Sport; Kompetenztraining; fachübergreifende Kurse und Projekte sinnvoll.

Kernziel: Grundlegendes Wissen für die Allgemeinbildung zur Orientierung in unserem demokratischen Wertesystem. Stärken eines Bewusstsein, dass alle Fähigkeiten und Talente wichtig und gleich wertvoll sind. Begründungsstrategien auch gegen Widerstände und andere Meinungen

Stufe III: Neuordnung mit zwei Ausrichtungen:

Stufe III-a “Berufsvorbereitung”:

Dauer: 3 Jahre

Organisation: Ausbildungsvorbereitende Klassen von der 9. bis zur 11. Klasse

Eintrittsalter: 13-16 Jahre

Vorteil: Idee von Montessori - Pubertierende mit schulischem Lernen oft überlastet; Azubimangel und Notstand in Pflegeberufen erledigt

Konzept: Praktisch Veranlagte finden ihre Bestimmung ohne Minderwertigkeitsgefühl, weil kein Abi. Praktische Erfahrungen sind auf einem anschließenden, weiteren schulischen Weg wertvoll; Schule und Praxisphasen mischen (z.B.: 3 zu 2 Tage pro Woche); Angewandte Mathematik, Schriftverkehr. Englisch und 2. Fremdsprache, Ethik; Lernfeldunterricht und Kompetenztraining mit Schwerpunkt: beruflicher Alltag; täglich Sport

Kernziel: Berufsausbildungsreife mit mittlerem Schulabschluss durch einen hohen Anteil an betrieblichen Praktika und beruflichen Projektwochen in der Schule, gerne auch Schwerpunktschulen (z.B. Gesundheit, Technik, Bau, Handel, Elektronik, etc.)

Stufe III-b "Oberstufe"

Dauer: 5 Jahre

Organisation: Studiumsvorbereitende Klassen von der 9. bis zur 13. klasse

Eintrittsalter: 13-16 Jahre

Vorteil: selbstorganisiertes Lernen verinnerlicht und individueller Zugriff auf Problemlösungsverfahren; Befähigung zum Studieren und dadurch Senken der Abbruchquate im Studium

Konzept: Kurssystem, Problemorienters Lernen in Projekten (fächerübergreifend), Abschluss je nach erreichter Kurszahl

Kernzeil: Fachhochschulreife bzw. Abitur (allgemeine Hochschulreife im Sinne des Wortes); Grundlagen des analytischen Denkens

Schulabschlüsse:

Es soll weiterhin die drei bekannten Schulabschlüsse geben, der internationalen Anerkennung wegen. Jeder Schulabschluss erfordert: Einen feststehenden Satz Basiskurse. Wann der Schüler sie belegt ist seine/ihre Entscheidung, aber ohne Mathe, Deutsch und Englisch je z.B. 5 Halbjahreskurse gibt es keinen Hauptschulabschluss.

Eine flexible Menge Wahlkurse. Ein Schüler muss mindestens 32 Wahlkurse bestanden haben, um den Hauptschulabschluss zu erreichen. Es wird eine Mindestzahl pro Bereich (Naturwissenschaft, Geisteswissenschaft ..) eingeführt. Wichtig ist, diese Einschränkungen minimal zu halten, da die Vorteile des Systems in seiner Flexibilität

Nach der schulischen Grund- und Allgemeinbildung erfolgt dann die

Stufe IV: duale Ausbildung, vollschulische Ausbildung oder Studium.

Stufe IVa “Duale Ausbildung”:

Dauer: i.d.R. 3 Jahre

Eintrittsalter: 16-19 Jahre

Vorteil: Berufsabschluss mit grundlegenden Kenntnissen im ausgewählten Beruf

Stufe IV “Studium”:

Dauer: Regelstudienzeit

Eintrittsalter: 18-21 Jahre

4 Inklusion - Bildung für ALLE:

Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, Schichten und mit unterschiedlichen Fähigkeiten sind gemeinsam in unsere Gesellschaft und Wirtschaft zu integrieren. Gleiche Bildung für ALLE leistet den wesentlichen Beitrag dazu. Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache sollen eine tragfähige Startrampe vorfinden. Der Schlüssel dazu ist sprachliche Frühförderung in der Muttersprache und auf Deutsch. Wer in der eigenen Umgangssprache lesen und schreiben gelernt hat, lernt schneller und besser Deutsch, hat demnach größere Chancen für die weitere Bildungs- und Berufslaufbahn. Wir fordern deshalb ausreichend mehrsprachige Angebote schon in Kindergärten beginnend.

Zudem fordern wir, dass Kinder mit körperlichen, geistigen oder psychischen Einschränkungen die Möglichkeit haben, dort wo sie wohnen, in ihre entsprechende Stadtteilschule zu gehen und somit nicht in Spezialschulen, weit weg von zu Hause, "zusammen gesammelt" werden. Je nachdem, mit welchen "Behinderungen" die jeweilige Schule zu tun hat (hier fallen auch verhaltensauffällige Kinder, ADHS oder ähnliches drunter) wird der Schule entsprechendes Fachpersonal zur Seite gestellt, sodass es für das jeweilige Kind möglich ist, mit den anderen Kindern aus der Nachbarschaft aufzuwachsen. Die Schule passt sich also den Bedürfnissen des Kindes an und nicht umgekehrt.

Um das Lernen in diesen heterogenen Gruppen zu gewährleisten wird der Unterricht in einer großen Methodenvielfalt gestaltet und läuft individuell mit ausreichender Unterstützung ab. Neben der Wissensvermittlung und Orientierung in der Informationsvielfalt der heutigen Gesellschaft wird auf ein gutes, demokratisches Gruppengefühl geachtet, wo keiner ausgeschlossen wird und jeder in seiner Einzigartigkeit anerkannt wird. Alle Lehrer, gleich welche Fachrichtung oder Schulform sie später anstreben, sind im Bereich “Inklusive Didaktik” umfassend zu schulen.

Die Raum- und Personalschlüssel sind dem tatsächlichen Bedarf permanent anzupassen, um das Lernen so individuell wie möglich zu ermöglichen.

5 Lebenslanges Lernen: Bildungsbeteiligung erhöhen, Förderungen zusammenführen


Bildung stärkt das Potenzial in jedem Menschen, mit Verstand und Tatkraft sein eigenes Leben zu gestalten und das Leben anderer Menschen zu bereichern. Sie beginnt und endet nicht mit dem Schulbesuch, sondern begleitet uns durch alle Lebensphasen. Die berufsbezogene Erwachsenenbildung liegt in der gemeinsamen Verantwortung von Individuum, Gesellschaft und Unternehmen.

Die staatliche finanzielle Unterstützung (z.B. Bafög) wird unabhängig vom Alter gewährleistet.

6 Die Lehrerinnen und Lehrer als Schlüssel zur Qualitätssicherung der Bildung:

Internationale Studien zeigen: Entscheidend für die Qualität der Bildung sind nicht nur die Strukturen und Methoden, sondern insbesondere die Lehrerinnen und Lehrer - und wir haben deutlich zu wenige Lehrerinnen und Lehrer!
Wir wollen deshalb erreichen, dass die verschiedenen Lehrberufe wieder mehr wertgeschätzt werden, durch positive Image-Arbeit und Aufwertung des Lehramtsstudiums. Veränderung des Referendariats mit mehr Praxisnähe: Eigene Bewerbung an Schulen mit evtl. Übernahmeoption, beratende Besuche statt Schauprüfungen, Erprobung verschiedener Unterrichtsformen, um den eigenen Stil zu finden.
Wir müssen Konzepte erarbeiten um deutlich mehr Menschen den Zugang zu diesen Berufen zu ermöglichen und auch diese Berufe durch selektive Aufnahmeverfahren z.B.: Vorpraktikum analog zu Erzieherausbildung, Man bemerkt vor einem 4 Jährigen Studium, ob man der Herausforderung, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, gewachsen ist. Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger aus der Praxis und eine vielseitige Weiterbildung unterstützen.
Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch in Teams sollen aktiv im deutlichen größeren Umfang gefördert werden (Team teilt sich gemeinsame Räume, macht Stundenpläne, entscheidet über Mitarbeiter/Referendare). Unterschiedliche Profilbildung zwischen Lehrer/Erzieherteams erwünscht, da Familien so Wahlmöglichkeiten haben (freiere und gelenktere Unterrichtsformen zulassen). Bisherige Teamarbeiten und Bereichsleitungen, die schon durchgeführt wurden und werden, zeigen, sie sind sehr hilfreich.

7 Die Direktor/innen - Profis mit Gestaltungsspielraum:


Schulleiterinnen und Schulleiter sollen nicht von Behörden bestimmt, sondern nach öffentlichen Vorstellungen/Anhörungen von Lehrerinnen und Lehrern, Eltern, Schülerinnen, Schülern und Gemeinde oder vom privaten Trägerverein gemeinsam gewählt und auf Zeit bestellt werden. Sie erhalten vollen Gestaltungsspielraum in Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat bei der Auswahl der Lehrerinnen und Lehrern sowie anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Es entsteht ein gewisser Konkurrenzdruck, der kreative und engagierte Lehrer bevorzugt. Die Lehrer werden am Fortschritt jedes einzelnen Kindes gemessen.

8 Die Finanzierung - Freie Schulwahl ohne Schulgeld:


Alle Kinder haben das gleiche Recht auf eine gute Schulbildung.
 Für jeden Platz, der frei von Schulgeld ist, den eine Schule zur Verfügung stellt, erhält diese einen festen Betrag vom Staat.
 Für Kinder bildungsferner Herkunft, mit nicht-deutscher Muttersprache oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Einschränkung erhält die Schule einen zusätzlichen finanziellen Bonus zur Finanzierung von Fachpersonal und speziellen Angeboten. Das Geld ist so einzusetze, dass die soziale Vielfalt in den Schulen gesichert wird und die Schule den größere Herausforderungen gerecht werden kann.
 Einen zusätzlich erhöhten Betrag erhalten kleine Schulen auf dem Land, um deren Existenz zu sichern und vor allem die Kinder vor langen Schulwegen zu bewahren.


Alle Investitionen sind nachhaltig durchzuführen, Gelder für Sanierung, Instandhaltung und Ausstattung der Schulen sind ebenfalls aufzustocken. Es hat bundesweite Lehrmittelfreiheit zu herrschen.

9 Feedbackkultur und Qualität der Schule


Die Qualität des Lehrens und Lernens soll bundesweit systematisch sichtbar gemacht und gefördert werden. Wie man es von den Schülerinnen und Schülern erwartet, soll auch die Schule selbst laufend dazulernen. Entscheidend dafür ist eine gute Beziehungs-, Kommunikations- und Feedback-Kultur innerhalb aller und zwischen allen Gruppen der Schulgemeinschaft. Die Qualität der Schule wird regelmäßig durch Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern, Eltern, Absolventinnen und Absolventen, Hochschulen und Arbeitgebern evaluiert. Die Ergebnisse werden anonymisiert veröffentlicht. Eine Qualitätssicherungsagentur vernetzt die Schulen und unterstützt zu Fortschritten.

10 Die Ausbildung - Faire Weiterbildung und Umstiegsmöglichkeiten


Die duale Berufsausbildung in Betrieb und Berufsschule ist ein deutsches Vorzeigemodell, das vielen jungen Menschen einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben ermöglicht. Weiter aufwerten wollen wir die Berufsausbildung durch mehr flexible Anschlussmöglichkeiten. Wir wollen gute Umschulungsmöglichkeiten in andere Berufe und neue Berufsakademien, welche eine Alternative bzw. Ergänzung zu den Meisterschulen darstellen können.


Wir fordern Gleichberechtigung für berufliche und wissenschaftliche Höherbildung.

UNSERE VISION

Dieses zukünftige Bildungswesen ist geprägt von einer Zuwendung zu den Potenzialen und Talenten der Lernenden. Die Entfaltung der Persönlichkeit und ihrer Stärken steht im Mittelpunkt der Bestrebungen.

Bildung stärkt das Potenzial in jedem Menschen, mit Verstand und Tatkraft sein eigenes Leben zu gestalten und das Leben anderer Menschen zu bereichern. Junge Menschen werden ihren Potenzialen entsprechend gefordert und gefördert.

Kinderbetreuungseinrichtungen werden als erste Bildungsstätte anerkannt und entsprechend geschätzt und weiterentwickelt. Ab dem ersten Geburtstag steht für jedes Kind ein hochwertiger Betreuungsplatz mit gut ausgebildeten Betreuerinnen, Betreuern und einem altersgerechten Betreuungsverhältnis zur Verfügung.

In den Schulen stehen die Zukunftschancen, Interessen und Talente der Schülerinnen und Schülern im Mittelpunkt. Lehrerinnen und Lehrer werden auf vielfältige und wertschätzende Weise unterstützt, gefordert und gefördert, damit der Unterricht jährlich besser wird. Für die unterschiedlichen Aufgaben der Schule – von der Wissensvermittlung über Coaching bis zur Sozialarbeit – sind Profis aus den entsprechenden Berufen im Einsatz.

Die Schulen sind eigenverantwortliche Einrichtungen, die über alle Entscheidungsspielräume, Planungssicherheiten und Qualitätssicherungsinstrumente verfügen. So schöpfen sie ihr volles Potenzial aus, kreieren ihr eigenes Profil und können den Herausforderungen unserer Gesellschaft gerecht zu werden.

An den Hochschulen werden innovative und international angesehene Spitzenleistungen erbracht – in der Lehre ebenso wie in der Forschung. Berufsakademien haben sich als neue Säule der berufsnahen hochschulischen Ausbildung etabliert und heben damit das erfolgreiche Prinzip der dualen Ausbildung auf die nächste Qualifikationsstufe nach der Lehrabschlussprüfung.

Bildung umfasst die Entwicklung von Handlungskompetenzen, Qualifikation und Wissen als lebensbegleitenden Prozess. Dieser endet nicht nach der Schule, Hochschule, Ausbildung und umfasst formales, nicht-formales und informelles Lernen.

Kosten

Geschätzt 20 Milliarden Euro jährlich (1/3 des Jahresbudgets für allgemeine Schulen) Gemessen am BIP käme Deutschland damit auch näher an die durchschnittlichen Ausgaben anderer OECD-Staaten heran.

Finanzierungsvorschlag

Finanzierung durch Steuermittel...

Teilweise Refinanzierung durch höhere Einahmen bei Einkommenssteuer.

Refinanzierung durch erhöhte Steuereinnahmen aus dem Bereich "Sanierung von Schulen und Kindergärten".

Arbeitsweise

Es wurden Informationen und Gedanken zusammen getragen, als Quellen dienten im Wesentlichen folgende Seiten:

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/bildungsfinanzbericht-ausgaben-fuer-bildung-in-deutschland-gestiegen-a-872458.html https://www.bmbf.de/de/der-haushalt-des-bundesministeriums-fuer-bildung-und-forschung-202.html http://www.laenderdaten.de/bildung/bildungsausgaben.aspx https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/BildungForschungKultur/BildungKulturFinanzen/Bildungsfinanzbericht1023206167004.pdf?__blob=publicationFile

Argument der Initiator/innen

Bildung ist der wesentliche Faktor für zukünftigen Wohlstand und Frieden in Deutschland, Europa und der Welt.